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Blitzschutzsysteme bieten umfassenden Schutz

Blitzschutzsysteme sind z. B. in Heimen und Hotels, bei der Lagerung explosiver Stoffe oder bei Bauten an exponierter Lage vorgeschrieben. Wichtig: Im Kanton Bern ist als Fangsystem ausschliesslich das Maschennetz akzeptiert.

Blitzschutzsysteme sind Pflicht bei:

  • Räumen mit einer Belegung von mehr als 300 Personen
  • Beherbergung von Personen, z. B.: in Spitälern, Heimen, Hotels
  • besonders hohen Gebäuden wie Hochhäusern, Hochkaminen oder Türmen
  • grössere (mehr als 3000 m3) landwirtschaftliche Gebäude sowie gewerbliche Gebäude für die Holz-, Textil- und Kunststoffverarbeitung
  • Industrie- und Gewerbebauten, in den explosive Stoffe verarbeitet oder gelagert werden, z. B. Mühlen, chemische Fabriken, Tankstellen, Munitionslager
  • Behältern für brennbare Flüssigkeiten und Gase oder Lager für flüssige Treib- und Brennstoffe samt den zugehörigen Bauten und Anlagen
  • Gebäude und Anlagen an exponierten topografischen Lagen

Modernisierungen und Nachrüstungen

Bei Anpassungen oder Erweiterungen von Blitzschutzsystemen muss das bestehende System überprüft und wenn nötig den aktuellen Regeln der Technik angepasst werden.

Ist bei bestehenden Gebäude und Anlagen, für die ein Blitzschutzsystem vorgeschrieben ist, noch kein Blitzschutzsystem vorhanden, ist dieses nachzurüsten, wenn:

  • Änderungen oder Erweiterungen in grösserem Umfang vorgenommen werden oder
  • das Gebäude oder die Anlage einem neuen Zweck zugeführt wird.

Bestimmungen im Kanton Bern

Als Fangsystem akzeptiert die GVB ausschliesslich das Maschennetz (verbundenes, äusseres Blitzschutzsystem), da dies die effizienteste Variante des Blitzschutzes ist. Die Prüfung von Alternativkonzepten ist möglich. 

Zuständigkeiten

Die Erstellung und der Betrieb von Blitzschutzsystemen gliedert sich aus brandschutztechnischer Sicht in drei Phasen: die Projektprüfung, die Abnahme und die periodische Kontrolle.

Bei Gebäuden, die in den Zuständigkeitsbereich der GVB fallen, sind die Zuständigkeiten in diesen Phasen wie folgt:

  • Die Projektprüfung findet im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens statt und erfolgt in Ausübung ihres gesetzlichen Auftrags durch die Gebäudeversicherung Bern.
  • Die Abnahme erfolgt unmittelbar nach der Installation und bewertet die Funktionstüchtigkeit der Anlage. Die Gebäudeversicherung Bern delegiert diese Tätigkeit in Ausübung ihres gesetzlichen Auftrags an ihre privatrechtliche Tochtergesellschaft GVB Services AG, Papiermühlestrasse 130, 3063 Ittigen.
  • Während des Betriebs wird der Besitzer von der GVB in den gesetzlich vorgegebenen Intervallen aufgefordert, durch eine akkreditierte Firma eine periodische Kontrolle durchführen zu lassen. Er kann diesen Auftrag frei vergeben. Neben der GVB Services AG sind weitere zertifizierte Firmen am Markt tätig. Fachpersonen für den äusseren Blitzschutz sind im entsprechenden Register der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen ersichtlich.

Projektprüfung

Blitzschutzsysteme müssen vor Ausführungsbeginn bei der GVB angemeldet werden, wenn

  • ein Blitzschutzsystem von den Anforderungen der Richtlinien abweicht oder
  • eine Situation gegeben ist, die nicht in den Richtlinien enthalten ist.

Diese Regelung kommt zur Anwendung bei Neuanlagen, Erweiterungen oder Blitzschutzsystemen auf Gebäuden, bei denen die Dachfläche um mehr als 20 % erweitert oder erneuert wird.

Bei einem konventionellen Blitzschutzsystem, das den gültigen Richtlinien entspricht, ist keine Projektprüfung notwendig.

Bei Projekten mit Sonderanwendungen, zum Beispiel bei Biogasanlagen oder bei Anlagen in explosiven Zonen, definiert die GVB mit den Antragstellern im Rahmen einer Vorabklärung die Rahmenbedingungen für die Projektprüfung.

Die Planungsfirma kann eine Projektprüfung mit schriftlicher Stellungnahme der GVB verlangen. Die Stellungnahme der GVB ist bei der Abnahme eine mitgeltende Grundlage.

Für die Projektprüfung ist das Formular GVB Blitzschutzanlage – Projektvorlage (vollständig ausgefüllt und rechtsgültig unterzeichnet oder mit Firmenstempel versehen) der GVB einzureichen.

Abnahme

Die Fertigstellung des Blitzschutzsystems ist der GVB, Abteilung Brandschutz, zur Abnahme zu melden.

Für die Abnahme benötigt die GVB folgende Unterlagen:

  • Blitzschutzsystem – Installationsattest
  • Aktueller Projektplan des Blitzschutzsystems
  • Fotografien verdeckter Anschlüsse an Fundamenterdern, Stahlkonstruktionen usw.
    In Absprache mit der Inspektionsstelle können anstatt der Fotografien Messprotokolle eingereicht werden.

Sämtliche Formulare und Unterlagen sind vollständig ausgefüllt und rechtsgültig unterzeichnet oder mit Firmenstempel versehen der GVB einzureichen.

Sobald die Unterlagen vorliegen, wird die Anlage einer Abnahmeprüfung unterzogen.

Die Abnahmekontrolle durch die Inspektionsstelle ändert nichts an der Verantwortung des Erstellers. Er ist in der Pflicht, die Anlage bestimmungsgemäss in Stand und betriebsbereit zu halten.

Abnahmebericht

Die Inspektionsstelle erstellt einen Bericht von der Abnahme. Der Bericht umfasst eine Gesamtbeurteilung mit Mängelstatus und Mängelliste.

Periodische Kontrollen

Die GVB führt im Rahmen der Feuerschau in Gebäuden mit besonderer Personengefährdung und erhöhten Risiken (vgl. Feuerschutz- und Feuerwehrverordnung (FFV), Art.9) periodische Kontrollen durch.

Die GVB beauftragt die bezeichnete Inspektionsstelle mit den periodischen Kontrollen. Es steht dem Anlagebesitzer frei, dazu auf eigene Rechnung eine entsprechend akkreditierte Stelle zu beauftragen. Der Inspektionsbericht der akkreditierten Stelle ist der GVB zur Kenntnis abzugeben.

Die periodische Kontrolle umfasst:

  • Messung der elektrischen Verbindungen
  • Inspektionsrundgang, in dem der vorschriftsgemässe Zustand des Blitzschutzsystems überprüft wird.

Kontrollintervall

Gebäude und Bauten mit besonderer Personengefährdung und erhöhten Risiken (vgl. Feuerschutz- und Feuerwehrverordnung (FFV), Art.9) werden periodisch kontrolliert. Für die übrigen Objekte beträgt das Intervall in der Regel 20 Jahre.

Die GVB kann bei grosser Brandgefahr oder grosser Personengefährdung kürzere Intervalle anordnen.

Kontrollbericht

Die Inspektionsstelle erstellt einen Bericht der periodischen Kontrolle. Der Bericht umfasst eine Gesamtbeurteilung mit Mängelstatus und Mängelliste, Angaben zum Befund, Schutzumfang der Anlage, Verbindungen zu Hausinstallationen und Systemdaten.

Ergänzungen zu spezifischen Nutzungen

Gelände mit mehreren landwirtschaftlichen oder gewerblichen Gebäuden

Landwirtschaftliche und gewerbliche Gebäude (Holz-, Textil- und Kunststoffbetriebe) > 3‘000 m3 müssen grundsätzlich mit einem Blitzschutzsystem ausgerüstet werden.

Befinden sich auf einem Gelände/Areal mehrere Bauten und Anlagen, die die Brandschutzabstände nicht einhalten, ist die Summe der betroffenen Gebäudevolumen massgebend. Diese Gebäudegruppe ist in den Schutzumfang einzubeziehen. Davon ausgeschlossen sind Gebäude, die den Brandschutzabstand unterschreiten, aber mit Brandschutzersatzmassnahmen ausgestattet sind. Siehe dazu auch die VKF Brandschutzrichtlinie 15-15 «Brandschutzabstände Tragwerke Brandabschnitte», Seite 20 bis 23.

Reihenhäuser

Innerhalb eines Reihenhauses entscheidet die jeweilige Nutzung einzelner Gebäudeteile, ob ein Blitzschutzsystem notwendig ist. Gebäudeteile ohne Blitzschutzpflicht müssen nicht mit einem eigenen Blitzschutzsystem geschützt werden, wenn sie mit einer Brandmauer von jenen mit Blitzschutzpflicht unterteilt sind.

Biogasanlagen

Bei Gasspeichern und Fermentern mit einer Tragluftfolie ist die Wahl des Fangsystems mit der GVB abzusprechen.

Gebäude in der Nähe von Bahnanlagen

Bei Gebäuden in der Nähe von Bahnanlagen sind die speziellen Weisungen der jeweiligen Bahnbetreiber zu berücksichtigen.

Ergänzende Anforderungen an Blitzschutzsysteme

Fangleitungen auf Flachdächern

Alle Flachdächer sind mit einem Fangnetz zu versehen. Ausgenommen sind Flachdächer, deren oberste verbundene Schicht aus Metall besteht.

Erdung

Erdverlegte Ringleitungen sind ausschliesslich aus Kupfer zu erstellen.

Stab- und Strahlenerder ergänzen die Ringleitung, wenn diese nicht genügend tief im Boden verlegt werden kann (z.B. in Berggebieten bei felsigem Untergrund).

Innerer Blitzschutz

Installationen im Innern des Gebäudes wie Hauswasserinstallationen, Zentralheizungsanlagen, Metallstützen, Aufzugsanlagen, Lüftungsanlagen usw., die näher als 1 m bei den Fangleitungen liegen, sind an ihrem höchsten Punkt mit der nächstgelegenen Fang- bzw. Ableitung zu verbinden.

Brandschutzrichtlinien der VKF 

22-15 «Blitzschutzsysteme»