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Beispiele aus der Praxis

Bausubstanz und Bauteile sollen möglichst erhalten bleiben, ein zusätzliches Treppenhaus wäre zu teuer oder die Brandmelder dürfen nicht sichtbar sein – in solchen Fällen sind individuelle Lösungen gefragt.

Unsere Beispiele aus der Praxis geben Ihnen Einblick und Inspirationen, wie sich Brandschutz bei Umbauten, Sanierungen oder Umnutzungen effizient und wirtschaftlich umsetzen lässt.

Musikhaus PHBern – Industrieflair mit modernem Brandschutz

Gesamtsanierung mit ganzheitlichem Brandschutzkonzept: optimiertes Fluchtwegkonzept dank Bildung von Nutzungseinheiten, Ertüchtigung von Rippendecken, Erhalt historischer Stahlträger und wertvoller Fenster: Im 19. Jahrhundert drehte sich an der Fabrikstrasse 4 des Von-Roll-Areals alles um Energie. Heute unterrichten die Dozierenden der Pädagogischen Hochschule Bern im denkmalgeschützten Gebäude Musik. Mit der Sanierung hat sich aussen kaum etwas verändert. Innen wurde das Musikhaus bis auf Decken und Stahlträger rückgebaut.

Herausforderungen für den Brandschutz

  • Die Baubewilligung für die Sanierung basierte auf den Brandschutzvorschriften 2003. Nach den heutigen Vorschriften können Räume unter bestimmten Bedingungen zu Nutzungseinheiten zusammengefasst werden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten bei der Auslegung der Fluchtwege. Dank der Neubeurteilung des Projekts durch die GVB konnten diese genutzt werden.
  • Die Rippendecke zwischen Erd- und Obergeschoss wies einen ungenügenden Feuerwiderstand auf. Die dünne Betonschicht kann die Armierungen nicht lange genug vor grosser Hitze schützen. Die Rippendecke wurde deshalb mit einer zusätzlichen Stahlbetondecke überzogen.
  • Die historischen Stahlträger sind wichtige Zeitzeugen. Dank des ganzheitlichen Brandschutzkonzepts, und der Lastabtragung über die verstärkten Decken und die neuen Wände konnten sie belassen werden. Um ihre Verformung im Brandfall zu minimieren, wurden sie wo nötig mit dämmschichtbildendem Brandschutzanstrich beschichtet.
  • Grosszügige Fenster im Fachraum bieten Einblick in den Konzertsaal. Diese historischen Elemente mussten erhalten bleiben. Hinter den Fenstern sind heute Brandschutzgläser eingebaut, die erst auf den zweiten Blick sichtbar sind.

Objekt

Musikhaus Pädagogische Hochschule Bern, www.phbern.ch

Beteiligte

Bauherrschaft: Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern

Architekten: giuliani.hönger AG, www.giulianihoenger.ch

Brandschutz: Makiol Wiederkehr AG, www.holzbauing.ch

Kreuz Herzogenbuchsee – Tradition vereint mit modernem Brandschutz

Sanierung mit Auflagen des Denkmalschutzes, Erhalt wertvoller Türen, Brandabschnittsbildung in historischer Bausubstanz, Fluchtwegsimulation: Im 19. Jahrhundert war das Kreuz ein kulturelles Zentrum mit einer für damalige Verhältnisse revolutionären Haushaltungsschule. 2010 wurde das Haus aus finanziellen Gründen geschlossen und stand seither leer. Nun kehrt der Pioniergeist zurück. Nach einer Totalsanierung fand im September 2017 die Eröffnung des Hotels und des Restaurants statt.

Herausforderungen für den Brandschutz

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die historische Bausubstanz musste soweit möglich erhalten bleiben. Dies forderte verhältnismässige Brandschutzmassnahmen.

Die grössten Herausforderungen:

  • Der Feuerwiderstand der historischen Türen zu Hotelzimmern, Seminarräumen oder ins Freie genügte den Anforderungen nicht. Alle Türen mit einer Brandschutzeinlage zu ertüchtigen, hätte den Kostenrahmen gesprengt, und zusätzliche Brandschutztüren kamen nur infrage, wenn sie sich optisch gut in die historische Bausubstanz einfügen.
  • Im neu ausgebauten Dachstock können sich bis zu 150 Personen aufhalten – die Brandschutzvorschriften fordern zwei unabhängige Fluchtwege. Es war jedoch nur ein Fluchtweg vorhanden und der Denkmalschutz bewilligte keine zusätzliche Aussentreppe. Die Planer zeigten mit einer Fluchtwegsimulation eine pragmatische Lösung auf.
  • Das Treppenhaus und jede Nutzung, ob Restaurant, Kindergarten oder Coworking Space, muss einen eigenen Brandabschnitt bilden. Einzelne Wände, Decken und insbesondere die Türen genügten diesen Anforderungen nicht, gleichzeitig sollte die historische Bausubstanz möglichst erhalten bleiben. Hier setzten die Planer unter anderem auf brandfallgesteuerte Türen.

Objekt

Kreuz Herzogenbuchsee, www.kreuz-herzogenbuchsee.ch

Nutzungskonzept:

  • Gebäude von 1787: Hotel, Restaurant, Bar, Räume für Seminare, Bankette und Kulturveranstaltungen
  • Anbau von 1915: Coworking-Space, Mütter- und Väterberatung, Kindergärten, Musikschule

Beteiligte

Architekten: Baustil.ch GmbH, www.baustil.ch

Brandschutzplaner: Tompai Brandschutzberatung GmbH

Fluchtwegsimulation: BIQS Brandschutzplanung, www.biqs.ch

 

Hinweis: Das Video ist auch mit Untertiteln verfügbar. Gehen Sie dazu auf Youtube und schalten Sie die Untertitel mit dem Symbol rechts unterhalb des Bildes ein.

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