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Brandabschnitte, robuste Trag­werke und Brand­schutz­abstände sorgen für Sicher­heit

Die vorgeschriebenen Brandschutzabstände liegen zwischen 4 m und 10 m. Brandabschnitte sind in grösseren Gebäuden und bei erhöhter Brandgefahr gefordert. Tragwerke müssen  grundsätzlich 30 min lang dem Feuer standhalten.

Brandschutzabstände – Schutz für Nachbargebäude

Feuer darf im Brandfall nicht auf andere Gebäude übergreifen. Zwischen benachbarten Bauten und Anlagen ist deshalb ein minimaler Brandschutzabstand einzuhalten.

Vorgeschriebene Brandschutzabstände

 

Zwischen benachbarten Gebäuden und Anlagen sind folgende Brandschutzabstände vorgeschrieben.

  • 5 m, wenn die Aussenwände aller Gebäude eine äusserste Schicht aus nicht brennbaren Baustoffen (RF1) aufweisen
  • 7,5 m, wenn die Aussenwand eines Gebäudes eine brennbare äusserste Schicht aufweist
  • 10 m, wenn die Aussenwände aller Gebäude eine brennbare äusserste Schicht aufweisen

Wenn die Aussenwände (mit Ausnahme von Türen und Fenstern) einen Feuerwiderstand von 30 Minuten aufweisen, dürfen die Brandschutzabstände reduziert werden:

  • 4 m, wenn die Aussenwände aller Gebäude eine äusserste Schicht aus Baustoffen RF1 aufweisen
  • 5 m, wenn die Aussenwand eines Gebäudes eine brennbare äusserste Schicht aufweist
  • 6 m, wenn die Aussenwände aller Gebäude eine brennbare äusserste Schicht aufweisen

Falls im Gebäude gefährliche Stoffe gelagert oder verarbeitet werden, müssen die Brandschutzabstände erhöht werden.

Ersatzmassnahmen bei Unterschreitung der Abstände

Wenn die Brandschutzabstände bei bestehenden Bauten nicht eingehalten werden, können Ersatzmassnahmen getroffen werden. Beispiele sind eine feuerwiderstandsfähige Ausführung der Aussenwände oder feuerwiderstandsfähige Bekleidungen und Versetzen der Fenster und Türen.

So werden Brandschutzabstände gemessen

  • x = Brandschutzabstand

  • x = Brandschutzabstand

Tragwerke – ausreichender Feuerwiderstand sorgt für Stabilität

Tragwerke müssen standsicher sein, ihre Ausdehnung bei Wärmeentwicklung ist zu berücksichtigen. Quantitative Anforderungen werden über den Feuerwiderstand definiert.

Bei kleineren Bauten ohne spezielle Nutzungen oder Brandgefahren ist für Tragwerke in der Regel ein Feuerwiderstand R30 vorgeschrieben. Ausnahmen sind zum Beispiel Tragwerke in eingeschossigen Gebäuden, Gebäude mit geringer Abmessung oder Einfamilienhäuser: Dort werden keine Anforderungen an den Feuerwiderstand gestellt. 

Tragwerke in Untergeschossen müssen den gleichen Feuerwiderstand aufweisen wie die Geschosse, die über dem gewachsenen Terrain liegen. Der Feuerwiderstand beträgt aber mindestens R 60.

Brandabschnitte und Brandmauern – damit sich das Feuer nicht ausbreitet

Als Brandabschnitte abzutrennen sind:

  • aneinandergebaute Gebäude und Anlagen
  • Geschosse über und unter Terrain
  • Vertikale und horizontale Fluchtwege
  • Vertikalverbindungen wie Lüftungs- und Installationsschächte
  • Räume mit haustechnischen Anlagen
  • Räume unterschiedlicher Nutzung/Brandgefahr
  • Bereiche mit technischen Brandschutzeinrichtungen
  • Bereiche für die Evakuierung

Durchgänge und Öffnungen sind mit feuerwiderstandsfähigen Brandschutzabschlüssen, zum Beispiel mit Türen mit Feuerwiderstand EI 30, auszustatten. Auch Durchbrüche und Durchführungen von Leitungen müssen feuerwiderstandsfähig verschlossen sein.

Öffnungen in brandabschnittsbildenden Wänden oder Decken sind mindestens mit dem Feuerwiderstand von 30 Minuten abzuschotten. Falls Leitungen mit einem Verschluss- bzw. Abschottungselement (Brandschutzmanschette) versehen werden müssen, ist die Montage gemäss Prüfbericht auszuführen.

Grundsätzlich gilt für Abschottungselemente bei Rohrleitungen:

  • bei der Wand erfolgt die Montage beidseitig
  • bei der Decke erfolgt die Montage unterhalb der Decke

 

 

Feuerwiderstand von Brandmauern

Brandmauern müssen standfest sein. Die Standfestigkeit muss auch bei einem einseitigen Einsturz der Konstruktion erhalten bleiben.

Für Brandmauern, die nach der kantonalen Baugesetzgebung vorgeschrieben sind, gelten folgende Anforderungen:

  • REI 180 für Bauten mittlerer Höhe und Hochhäuser
  • REI 90 für Bauten geringer Höhe
  • REI 60 für Einfamilienhäuser und Nebenbauten

Brandschutzrichtlinien der VKF

15-15 Brandschutzabstände Tragwerke Brandabschnitte

Informationen zu Brandmauern pdf Erläuterung 100-15 «Brandmauern» der VKF
Bezeichnungen REI 30, EI 30, E 30

Bei der Beurteilung eines Bauteils sind folgende Kriterien massgebend:

R Tragfähigkeit
E Raumabschluss
I Wärmedämmung
tt Feuerwiderstandsdauer, entspricht der Mindestzeit in Minuten, während der ein Bauteil die an ihn gestellten Anforderungen erfüllen muss

Beispiel: REI 30 ist ein Bauteil, das:

  • im Brandfall 30 Minuten lang tragfähig bleibt (R)
  • während 30 Minuten verhindert, dass das Feuer auf benachbarte Räume übergreift (E)
  • die Hitze 30 Minuten lang von umgebenden Bereichen fern hält (I)